Closter Fredeslo, Kupferstich, 1654, v. Matthäus Merian aus der Topographia und Eigentliche Beschreibung der Vornembsten Stäte… in denen Hertzogthümer Braunschweig und Lüneburg…..

Seit fast 1000 Jahren wird im Raum Fredelsloh Ton abgebaut und verarbeitet. Über die Jahrhunderte hat sich dadurch eine unvergleichliche Kunstfertigkeit herausgebildet, die auch heute noch in jeder Fredelsloher Keramik sichtbar und auch spürbar ist.

Viel Wald und die hochwertigen Tonvorkommen in der Feldmark Fredelslohs, boten die besten Voraussetzungen zur Ansiedlung von Töpfern an diesem Ort. Noch heute nutzt ein ansässiger Betrieb diese Ressourcen. Die Konsistenz des hiesigen Tons er1aubt sehr dünnes Drehen und hohes Brennen. Das machte die Fredelsloher Töpferwaren in der „vor-Porzellanzeit“ begehrt. Dadurch entwickelte sich Fredelsloh ab dem 13. Jhdt zum Töpferzentrum von überregionaler Bedeutung. ln vielen Hansestädten und im ganzen Ostseeraum gibt es Belegfunde für die mittelalterliche Steinzeugproduktion in und um Fredelsloh.

An vielen Stellen im Ort ist man auf Überreste alter Töpfereien gestossen. An der alten Töpferei, Gasse 13, ist ein Gildezeichen der Töpferzunft aus dem 18.Jhdt zu sehen.

Das Ausstellungshaus KERAMIK. UM ist der zentrale Ort zur Information der Geschichte des Tons und der Keramik; daneben steht ein funktionsfähiger Nachbau eines mittelalterlichen Brennofens; er wurde nach Funden einer Fredelsloher Töpferei des 13. Jhdts rekonstruiert.

Auch einige im Original erhaltene Fachwerkhäuser finden Sie bei Ihrem Rundgang durchs Dorf

St. Blasii und Marien (Nordseite), Stich von Conrad Wilhelm Hase, 1882

Seit mehr als 875 Jahren überragt die romanische Basilika mit ihren imposanten Türmen den idyllischen Ortskern, seltene Pflanzen säumen Wege und Pfade in und außerhalb der Klostermauern.

Das Stift in Fredelsloh wurde im 12. Jhdt gegründet. Damit setzte Erzbischof Adalbert I. von Mainz hier an den bisher wenig beachteten Sollingrand ein Zeichen seiner Zuständigkeit sowie als Abgrenzung zu den Bistümern Paderborn im Westen und Hildesheim im Norden. Um den Stiftsfrauen und Chorherren eine recht selbstständige Existenz zu ermöglichen, stattete er das Stift in den 1130er Jahren mit erheblichem Landbesitz und einigen Privilegien aus. Im Schutz der Kirche und durch die Wirtschaftskraft des Stifts liessen sich hier im Laufe der Zeit vermehrt Bauern- und Handwerkerfamilien nieder. Der Niedergang des Stifts begann etwa im 15. Jhdt. Der Stiftskonvent erlosch endgültig um 1660. Schon 1542, im Zuge der Reformation, war dessen Landbesitz der herzöglichen Verwaltung unterstellt worden. Das Klostergut wurde erst 1933 aufgelöst. Nicht alles wurde verkauft: noch heute wird ca. ein Drittel der ehemaligen Ländereien von der Niedersächsischen Klosterkammer verpachtet. Von den Stiftsgebäuden südlich der Basilika ist nichts erhalten. Westlich davon befinden sich noch einige Wirtschaftsgebäude des ehemaligen Klosterguts. Es gibt heute noch Mauerreste, die die ursprüngliche Abgrenzung zwischen Geistlichkeit und einfacher Bevölkerung erkennen lassen.

Klosterkirche Fredelsloh (Südseite), Bleistiftzeichnung, Lucia Steigerwald, 1975

Der wohl älteste Punkt im Ort ist der Kapellenbrunnen; er fasst die Quelle des für die Wasserversorgung des Stiftes wichtigen Nonnenbachs. An diesem von Sagen und Gebräuchen umrankten Ort stand einst die Trinitatis-Kapelle.

Kirche, Rose und Tonkrug prägen das historische Wappen von Fredelsloh.

Sie stehen auch heute für den traditionellen künstlerischen, kulturellen und naturverbundenen Anspruch des Ortes.

Fredelsloh hat sich zu einem einzigartigen Refugium für Kunst-Handwerker unterschiedlichster Professionen entwickelt, hier finden sie inspirierenden und kreativen Freiraum für die Umsetzung ihrer gestalterischen Vorstellungen.

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